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Ein wenig Handelsrechnen und Baukunst (von M. Štěepánek)
Die periodische Erweiterung der Burg nach den Bedürfnissen ihrer immer wechselnden Besitzer und schließlich ihre Verwandlung in ein geräumiges Schloss haben eine bebaute Fläche von 2120 Quadratmetern geschaffen. Der umfasste Raum zählt ohne Dachteile ungefähr 29 458 Kubikmeter. Das ganze Schloss, einschließlich der ehemaligen Brauerei, hatte zu seiner Blütezeit 126 Räume mit 136 Fenstern. In jedem Zimmer gab es einen Kachelofen oder einen Kamin anderer Farbe und Form. Zur Verzierung der Fassade benutzte man 123 verschiedene keramische Details, einschließlich 14 origineller neugotischer Blumentöpfe. Die vom neuen Besitzer am Ende des Jahres 2000 begonnene Erneuerung der Burg hat zuerst der Fällung und Aufräumung des Anflugs bedurft. Es wurden unglaubliche 450 Bäume mit einem Stammdurchmesser von 10 bis 20 cm gefällt und 25 Bäume mit einem wesentlich größeren Querschnitt. Alle mussten gefällt und zum Burghof transportiert werden, wo man sie verbrannt oder eingelagert hat. So wurden die ersten Früchte der fast 40 Jahre dauernden Vernachlässigung geerntet, und zwar nur in den Innenteilen des Burggeländes. Mit der Hilfe vieler Freiwilliger ist es gelungen, den Schutt aus den meisten Teilen der Burg aufzuräumen und wegzutragen, sodass das Ergebnis schon nach einem Jahr harter Arbeit offenbar ist. Bis zum Tage der Erscheinung dieser Broschüre stellt der Schutt 1630 Tonnen Material dar, das im ausgedehnten Gelände nur manuell transportiert werden konnte. Um diese Menge wegzufahren, waren über 300 LKWs nötig. Der gotische Bergfried wurde auf einer felsigen Landzunge erbaut, rund und 11 Meter hoch. In seinem nordöstlichen Teil errichtete man um das Jahr 1800 am Felsenfuße einen neuen Eingang. Bis zu dieser Zeit diente der Bergfried auch als ein Gefängnis. Am Anfang des 19. Jahrhunderts, im Verlaufe der ersten Welle neugotischer Umgestaltungen, wurde er zu seiner jetzigen Höhe von 16 Metern aufgebaut. Sein unterer Umfang beträgt 17,6 m und die Mauer ist dort 220 cm dick. Oben bei der Zinne misst der Umfang 22 m, der Bergfried ist vom Eingang 16 m hoch und der Felsen, auf dem er steht, misst weitere 41 Meter über dem Spiegel des Hauensteiner Eichelbaches, der die Landzunge umfließt. Das Mauerwerk stellt 514 Kubikmeter Basalt dar und wiegt 1 543 340 Kilogramm. Zu der Aussichtsplattform führen 78 Stufen. Die Reparaturen nach dem Absturz des Bergfrieds haben am 13. März 2002 begonnen und wurden am 12. April 2002 beendet, und zwar einschließlich der Übergriffe der Ziegelwölbungen für den erweiterten Teil des neuen Daches. Im Mittelalter wurde als Bindungsmaterial der Sprudelstein verwendet, der wahrscheinlich besser bindet als die von uns erprobten Materialien, und deshalb hat die Firma ihr eigenes Bindungsmaterialrezept entwickelt. Es wurde erfolgreich benutzt und mit Recht vom Denkmalschutzamt gewürdigt. Bei den Erneuerungsarbeiten zur ursprünglichen Höhe vor dem Absturz, also ohne die Zinne, wurden unglaubliche 195 Tonnen Basaltstein und Bindungsmaterial (Sand, Kalk und Zement) verwendet. Alles das musste zum Bergfried und dann hinauf nur manuell transportiert werden, und zwar oft aus beträchtlicher Entfernung und mit wesentlichem Höhenunterschied. Ohne außerordentliche Opferwilligkeit sowohl der freiwilligen Helfer, als auch der Arbeiter der die Renovierung durchführenden Firma wäre so etwas gar nicht möglich gewesen. Zur Fertigstellung des oberen Umfangsmauerwerks und der Zinne waren weitere 35 Kubikmeter Basalt und Bindungsmaterial nötig, insgesamt also weitere 105 Tonnen Material. Es ist gelungen, auf die Zinne die ursprünglichen Basaltplatten aufzubringen, die im Schutt um den Turm herum gefunden wurden. Sie haben hier schon viele Jahre vor dem unglücklichen Absturz „geruht“. Eine Platte wiegt je nach ihrer Dicke 120 bis 150 Kilogramm.
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