Burg und Schloss Hauenstein

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Kaadner Heimatbrief

Dieser Artikel erschien in der Maiausgabe 2005

Schloss Hauenstein
Es tut sich etwas

Es war Ende der 70er Jahre, als ich das erste Mal am Schloss Hauenstein war. Ich war damals 4 Jahre alt. Meine Großeltern, Elfriede Bartel und Karl Glaser stammen aus Krondorf . Die Schwester meines Opas, Hilde Albrecht, lebt heute in Weimar. Sie hat das Schloss und ihre letzten Bewohner noch gekannt und erzählt oft begeistert von dem prunkvollen und romantisch gelegenen Schloss. Meine Eltern, Hildegard und Detlev Klauer, sind jedes Jahr mit mir nach Warta in den Urlaub gefahren. Unterkunft fanden wir bei Hermine Buraldova oder Hedy Kluson. Eine Wanderung zum Schloss Hauenstein gehörte jedes Jahr dazu. Wir wanderten bergan von Warta am Himmlstein und an der Höll vorbei. Nachdem wir das Hundegebell in Gesmesgrün hinter uns gelassen hatten, konnte man vom Berg die kleine Schlosskapelle im Tal schon liegen sehen. Noch ein paar Kilometer und wir hatten das Schloss endlich erreicht. Ein Ziel, welches den weiten Weg lohnt. Romantisch gelegen, hinter einem Berg auf einer Landzunge erreichten wir das Tor. Hindurchgegangen steht man im Burghof und sieht den majestätischen Bergfried, der über die alten Mauern zu wachen scheint. Das Schloss ist verlassen. Im Schlosshof wächst Gras und an den Hausmauern wachsen wild Sträucher. Das Schloss wirkt märchenhaft. Versteckt im Wald wartet es darauf erlöst zu werden. Wir machten immer eine lange Rast, bevor es den ausgeschilderten Wanderweg zurück nach Warta ging.

Jahr für Jahr wanderten wir nach Hauenstein. Jedoch musste ich jedes Jahr feststellen, dass das Schloss ein bisschen mehr eingefallen und mehr zugewachsen war. Die Dächer auf den Häusern fehlten bald ganz. Einzig der Turm hielt tapfer die Stellung. Es war nur noch eine Ruine. Anfang der 90er Jahre versperrten dann schwere Eisentore den Zugang zum Schloss und man konnte es nur noch von außen bewundern. Die folgenden Jahre musste man Angst haben, dass Hauenstein ganz eingefallen ist, wenn man nach der Wanderung ankommt. Aber es hat seinen anmutigen Charme nie verloren. Es schien immer noch friedlich hinter den Bäumen zu schlafen. Was hätte ich darum gegeben das Schloss vor dem endgültigen Verfall zu bewahren.

Doch dann tat sich etwas! Im Herbst 2000 hat Pavel Palacký, der in Prag lebt, das Schloss von der Gemeinde Schlackenwerth gekauft. Er hat große Pläne mit dem Schloss. Will es vor dem Verfall retten und machte sich noch im Winter selbst mit ein paar Freunden an die Arbeit wichtigste Sicherungsarbeiten vorzunehmen und das Schloss vom Schutt zu befreien. Er schaffte es eine Baufirma aus Schlackenwert, die Politik und die Presse zu mobilisieren, was seine Pläne realistisch wirken lässt, das Schloss zu neuem Glanze erstrahlen zu lassen. Einen Rückschlag erlebte er im Januar 2002, als die Rückseite des Bergfrieds komplett einstürzte. Doch nicht entmutigt wurde der Turm wieder aufgebaut. Jetzt kann der Turm sogar wieder bestiegen werden und man hat eine atemberaubende Aussicht über das Egertal. Die Dächer der Häuser wurden neu gedeckt, und die Gebäude gesichert. Man kann jetzt das ganze Schloss, auch die Innenräume, besichtigen. Das Schloss wird komplett restauriert. Für die Zukunft ist sogar die Bewohnbarkeit und ein kleiner Hotelbetrieb geplant.

Schon jetzt finden jährlich viele kulturelle Veranstaltungen auf dem Schloss statt. Die traditionellste Veranstaltung ist wohl das „Hauensteiner Holzschnitzen“, eine offene Werkstatt für Holzschnitzer, Schmiede, Steinmetzen, Maler, Keramiker, Glasbläser und Pfeifenmacher, die auch dieses Jahr wieder vom 9. bis 17. Juli ihrer Kunst auf dem Schloss frönen werden. Die Kunstwerke werden dann vor Ort ausgestellt. Schon jetzt kann man die Kunstwerke aus den letzten Jahren im Burginnern bewundern. Weiter gibt es dieses Jahr einen Hextentag mit Hexenverbrennung am 30. April. Am 5. Juni ist Kindertag auf Hauenstein. Wettbewerbe, Spiele und Vergnügen auf historische Art und Weise. Aber natürlich kommen auch die Erwachsenen nicht zu kurz. Man erfährt, wie man in alten Zeiten auf einer Burg lebte. Ebenfalls traditionell ist auch schon das Musikfest „Flokmusik an der Eger“ auf Hauenstein. Es findet dieses Jahr am 27. und 28. August statt.

Natürlich kann man Hauenstein auch einfach so besichtigen. Es ist von April bis Oktober an den Wochenenden von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Im Juli und August ist es täglich von 9:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet einen Euro. Nach vorheriger Absprache kann die Burg zu jeder Zeit besucht und besichtigt werden. Das Schloss kann sogar für private Veranstaltungen und Feiern gemietet werden.

Nachdem ich sah, was sich jetzt auf Hauenstein alles tut, dachte ich, ich muss auch etwas tun. Ich habe die Internetseite www.SchlossHauenstein.de gestaltet und berichte dort über das Schloss und den Fortschritt der Renovierungsarbeiten. Jedes mal, wenn ich auf Hauenstein bin, mache ich Fotos und veröffentliche diese dann auf der Internetseite.

Das Schloss braucht noch mehr Unterstützung. Es wird Hilfe jeder Art gesucht. Egal, ob es sich um Auskunfts-, Sach-, Arbeits- oder Finanzhilfe handelt. Ich persönlich suche vor allem alte Bilder, oder auch private Fotos und Berichte vom Schloss. Haben Sie das Schloss noch im bewohnten Zustand erlebt? Dann erzählen Sie mir davon!

Die Eigentümer brauchen vor allem finanzielle Unterstützung um die Arbeit am Schloss voranzutreiben. Spenden können Sie direkt am Schloss oder auf die Prager ČSOB – Poštovní spořitelna Bank, Kontonummer 191236920, Bankleitzahl 0300.

Das Schloss Hauenstein thront jetzt noch majestätischer auf seinem Felsvorsprung es scheint aus seinem Schlaf erwacht zu sein. Es hat nichts von seiner romantischen Erscheinung verloren und wartet auf Ihren Besuch. Vielleicht erwandern Sie es auch? Es ist aber auch direkt mit dem Auto zu erreichen. Einfach zwischen der Ortslage Damice und Stráž nad Ohří nach links Richtung Horni Hrad abbiegen. Man kann bist zum Haupttor fahren und dort parken. Viel Spaß bei Ihrer persönlichen Entdeckung des „neuen“ und „alten“ Schloss Hauenstein.

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