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Ein paar Sagen... (Oder was man sich erzählt) (Zusammengetragen von P. Palacký)
[Erinnerung an einstige Bergleute] [Belagerung der Burg durch die Schweden] [Geheime Gänge auf (und unter) Hauenstein] [Der Tote Junge im Rittersaal]
Erinnerung an einstige Bergleute Der Name Hauenstein hängt mit der Erzförderung zusammen und die Burg wurde zur Bewachung der Bergwerke erbaut, wo man Silber und Edelsteine gewann. Viele Stollen münden in der Nähe der Burg und so können wir in stürmischen Nächten, wenn im Bergfried nur der Wind spielt, einen Widerhall der schweren Bergwerkarbeit hören und in der Dunkelheit der Hänge kleine Lichter sehen. Vielleicht sind es Gnome, die in den verlassenen Stollen arbeiten und dort ihre Schätze fördern.
Belagerung der Burg durch die Schweden Anno Domini 1640 entdeckten schließlich die schwedischen Reiter die Burg Hauenstein, die bisher ihrem spähenden Blick verborgen geblieben war. Kurz darauf zogen zahlreiche schwedische Truppen aus der ganzen Umgebung ins Hauensteiner Tal unter die Landzunge. Es wurde mit der Belagerung begonnen... Der über der Burg emporragende Schlosshügel, nicht zu sehr befestigt, war in kurzer Zeit erobert. Von dort aus wollten die Angreifer den letzten Sturm führen. Die Verteidiger der Burg gaben nicht auf und der schwedische Angriff wurde zurückgeschlagen. Die Schweden, über die Niederlage und hohe Verluste wütend, richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Vorburg. Diese wurde geplündert und in Brand gesetzt und bis spät in die Nacht konnte man lodernde Flammen sehen und die Wehklagen der Betroffenen hören. Am zweiten Tag rüsteten sich die Schweden wieder zum Angriff. Es verbreitete sich jedoch unter ihnen die Nachricht, dass die Kaadener den Belagerten zur Hilfe kommen wollten. Ohne darüber viel nachgedacht zu haben, warf sich ein Teil der schwedischen Truppen kopflos in den Ansturm. Es war wahrscheinlich diesem Furor zu verdanken, dass es den Schweden gelang, den tiefen Burggraben zu überwinden und das Tor mit einer Ramme wild anzugreifen. Zur selben Zeit führte ein Hauptmann eine kleine Gruppe mutiger Verteidiger durch einen geheimen, in den Felsen gehauenen Gang, um das sc hwedische Hinterland unerwartet anzugreifen. Und die kühne Tat gelang! Der Angriff brachte den erstaunten Belagerern große Verluste und das Vorland war wieder in den Händen der Verteidiger. Den erschütterten schwedischen Truppen fehlte es an Kraft zum dritten Sturm. Sie bauten schnell das Lager ab, zündeten die Belagerungsmaschinen an und zogen sich ins Erzgebirge zurück. Längs der Eger näherten sich schon die Kaadener Kampftruppen. Der Sieg war jedoch teuer. Vom Dorf in der Vorburg blieben nur rauchende Trümmer und viele mutige Verteidiger kamen ums Leben. Auch der kühne Hauptmann, der den Angriff führte und dem es gelang, damit das Durchbrechen des Tores abzuwenden, wurde nicht weit vom Tor mit einer Lanze erstochen. Bis heute ist uns eine Erinnerung an den Kampf geblieben – das Blut des Hauptmanns, das immer noch am Felsen beim Tor zu sehen ist. Achtsame Besucher werden oft von der Energie des Platzes stark betroffen. Und wer auf der Burg länger verweilt, kann in windigen Nächten das Schlachtgebrüll und das triumphierende Geschrei der angreifenden Verteidiger hören... Es ist aber zu betonen, dass der Geist des opferwilligen Hauptmanns auf die Sicherheit der Burg achtet und mit einem mächtigen Zauber alle die bewacht, die hier mit ihrer Arbeit helfen. Eine andere Variante dieser Sage spricht nicht vom Hauptmann der Verteidiger, sondern von einem schwedischen Soldaten. Man kann in der Nacht dem Schweden sogar begegnen und auch er soll die Burg und ihre Bewohner schützen.
Geheime Gänge auf (und unter) Hauenstein Man erzählt auch über ein ausgedehntes Netz von unterirdischen Gängen, die aus den Burgkellern in alle Richtungen führen. Der erste soll in die ehemalige Sakristei der Kirche in Schönwald münden. Der zweite, durch den auch der Angriff gegen die Schweden geführt wurde, mündet angeblich im Tal unter dem Felsen, auf dem die Burg steht. Der dritte soll auf den Schlosshügel in die jetzige Kapelle führen. Und der vierte führt sogar bis auf die Burg Himmelstein, also unter zwei Bergen hindurch... Jeder muss sich selbst entscheiden, ob man glauben will oder nicht. Alte Menschen erzählen uns aber oft, dass sie als Kinder durch die dunklen Keller und Gänge gingen und dass ihre Schritte von häufigen Steinhaufen und hohl hallenden Wänden angehalten wurden. Es ist aber so lange her...
Der Tote Junge im Rittersaal Aber auch die neuerliche Vergangenheit is t in den Burgmauern immer anwesend. Vor ein paar Jahren wurde auf der Terrasse vor dem Rittersaal der Körper eines Jungen mit einer tiefen Kopfwunde gefunden, die nicht vom Absturz verursacht werden konnte. Es war noch ein junger Mensch, der im nahen Dorf gewohnt hat, auf die Burg mit dem Motorrad gefahren ist und dort zahlreiche Tage verbracht hat. Er soll auch eine Art Beschützer der Burg vor der Plünderung der wilden Tramps, Vandalen und Diebe aus der weiteren Umgebung gewesen sein. Vielleicht starb er wegen seines freiwilligen Dienstes. Sein Motorrad fand man nach seinem Tod weit von hier in einem Feld und sein Tod wurde nie aufgeklärt. Sicher ist es jedoch, dass die Katzen, die sich in diesem Risalit gerne versammeln, in bestimmten Nächten mit lauten Schreien davon flüchten. Und einige unserer Helfer, die hier unter dem einst einzigen unbeschädigten Dach geschlafen haben, haben uns von schlechten Träumen und unruhigem Schlaf erzählt, was in anderen Teilen der Burg nicht passiert. Einige sprechen sogar von Schritten, die von der steinernen Wendeltreppe zu hören sind. Und wenn sie rufen, wer von ihren Freunden so spät durch die Treppe geht, ruft ihnen nur der Widerhall ihrer Stimmen entgegen.
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